Wohnimmobilienkredit-Richtlinie der EU: “Gut gemeint, schlecht gemacht.”

Seit März dieses Jahres ist EU-weit die Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Kraft. Generell soll diese Richtlinie Menschen vor Überschuldung schützen, aber die realen Auswirkungen sehen anders aus. Die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Ulm, Ronja Schmitt, hat sich deswegen für eine Änderung eingesetzt, die nun auch von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion übernommen wurde und in einem Positionspapier Niederschlag gefunden hat.

„Die Wohnimmobilienkredit-Richtlinie ist per se ein gutes Instrument, weil sie finanzschwache Privatleute vor Überschuldung schützen soll. Allerdings wurde bei der Umsetzung in deutsches Recht teilweise das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Wir haben in vielen Bereichen Wohnraummangel und versuchen Abhilfe durch neue Förderprogramme zu schaffen. Es zeigt sich aber in den vergangenen Monaten, dass durch die Richtlinie zwei unerwünschte Effekte für Häuslebauer zu Tage treten. Zum einen ist es für junge Familien mit nur einem Verdiener sowie für Rentner schwieriger geworden einen Kredit zu bekommen, auch wenn sie bereits über Immobilienvermögen verfügen – und das in Zeiten historisch niedriger Zinsen! Zum anderen verschieben sich die Käuferschichten hin zu Besserverdienern, wenn viele als sicher geglaubte Kredite für jüngere und ältere Menschen nicht gewährt werden und diese Personen dann in letzter Minute ihr Kaufinteresse nicht ausüben können. Immobilienerwerb als Altersvorsorge ist somit für einen großen Personenkreis in Gefahr und auch die hintere Position Deutschlands beim europaweiten Ranking der Eigentumsquoten wird nur weiter manifestiert. Was gut gemeint war, ist schlecht gemacht. Deswegen habe ich mich innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dafür eingesetzt, dass wir uns dieses Themas annehmen. In einem Positionspapier hat meine Forderung nun Widerhall gefunden. Wir fordern darin, die Umsetzung der Richtlinie so anzupassen, dass eine bessere Lösung gefunden wird, bei der eine Risikomessung ohne die beschriebenen unerwünschten Konsequenzen zustande kommt. Schließlich wollen wir gerade junge Familien, aber auch ältere Menschen beim Immobilienerwerb unterstützen, weil dies eine solide Anlageform in Zeiten niedriger Zinsen ist.“